WWF-BauCamp´21

Pack mal mit an. Wir bauen jetzt die Zukunft.

Das Konzept:
Ein alter Vierseithof in einem kleinem schönen Dorf, ziemlich abgelegen. Herrliche Landschaft, beste vegetarische Thüringer Küche und vier Baustellen. 12 junge Leute die anpacken wollen und 4 ältere welche die grobe Richtung vorgeben.

Ausschreibung WWF, Zitat:
„Gehörst du zu denen, die ein Interesse haben, unsere Erde zu erhalten? Ist der Klimawandel ein Thema, das auch dich beschäftigt? Und mal ehrlich: müssen wirklich 10.950 Liter aufwendig aufbereitetes Trinkwasser pro Person und Jahr einfach im Klo hinuntergespült werden? Lass uns zusammen entdecken, was es für Alternativen gibt und diese gleich in die Tat umsetzen!…“

Vorbereitung läuft auf Hochtouren. Unterstützt von fleißigen Helfern werden das Haus geputzt und 4 Schubkarren Biolebensmittel direkt von der FoodCoop gegenüber geholt und eingelagert.
Ankommen Uhlstädt Bahnhof. Gepäck wird auf den Hänger geladen. Dann gehts zu Fuß aus dem Saaletal hoch nach Mötzelbach. Es ist heiß und wir brauchen für die knapp 7km und 200 Höhenmeter fast zwei Stunden.
Aufwachen am nächsten Morgen.
Input in der Scheune. Wenn jeder Mensch weltweit soviel Ressourcen verbraucht wie wir hier in Deutschland, bräuchten wir 2,5 Erden. Und wir spülen, jeder Einzelne, im Jahr ca. 10.000l Trinkwasser durchs Klo. (Zum Vergleich: Pro Kopf trinken wir ca. 700l Wasser im Jahr)
Also das Prinzip des WC das funktioniert nicht ansatzweise weltweit. Neue Lösungen müssen her.
Vorstellung der Bauleiter und Projekte.
(von links nach rechts)
Lehmbau, Recyclingmaschine, Außendusche, Trenntoilette
Der mit Hut ist Michel. Er ist Initiator und Leiter des Camps.
Die Werktätigen

Materialbeschaffung im Wald. Dünne Fichtenstangen sollen die Wände von Dusche und Klo bekleiden

Ungefähr 2m lange Stangen werden gebraucht.
Die Stangen werden geschält.
Transport nach Hause

Neben Holz wird auch Nahrung gesammelt

Es ist ein gutes Blaubeerjahr.
Gibt eine leckere Blaubeersoße zum Cocosmilchreis.
Das Wetter spielt mit. Wir können die ganze Zeit draußen essen.
Der ungefähre Ablauf. Mehr so eine Richtlinie…

Die Baustellen

Lehmbau – Team LehmDichZurück

Der Tatort: das 301-jährige Alte Haus. Der Ostgiebel ist im Erdgeschoss mit Altholz wiederhergestellt. Den alten Lehm aus den Gefachen haben wir geborgen und der wird jetzt zu neuem Leben erwachen.
Einbau der alten Holzstaken.
Zubereitung des Lehms. Der dreihundert Jahre alte Lehm wird mindestens einen Tag vorher eingeweicht. Um den richtigen Teig zu kneten wird Stroh und zuätzlicher noch trockener Lehm eingestampft.
Die erste Lage Lehm wird auf die Staken gedrückt oder geworfen.
Feierabend
Das Team – LehmDichZurück

Aussendusche – Team Wasserfall

Leicht belastetes, sogenanntes Grauwasser, kann mit sehr einfachen Mitteln soweit aufbereitet werden, dass es noch als Brauchwasser, beispielsweise im Garten als Bewässerungswasser weiter genutzt werden kann. Hier kann es langam im Boden versickern und das Grundwasser speisen, anstatt durch Abwasserkanäle über weite Strecken abgeführt zu werden um erst mit anderen Abwasserstömen vermischt und dann im End-of-Pipe Prinzip in der Kläranlage wieder auseinander devidiert zu werden.

Team Klo und Team Dusche beim Fertigstellen ihrer Projekte
Durchdachte Details: Geländer zum Ablegen von Sachen
Duscharmatur
Dusche von innen
Team Wasserfall beim vorstellen und testen ihrer Dusche

TrockenTrennToilette – Team ZeroWasteToilet

Durch die Trennung von Urin und Fäzes im Klo wird die natürliche Trennung im Körper ingenieurstechnisch weitergenutzt. Während im Urin, welcher den Körper im Normalfall steril verlässt, der Grossteil der Pflanzennährstoffe verborgen liegen, scheiden wir mit den Fäzes pathogene Keime und organische Stoffe aus. Erst durch die Vermischung werden verschiedene nicht wohlriechende Vergährungsprozesse angeregt. Durch die Trennung wird zum einen der Grossteil des Volumens mit dem Urin in flüssiger Form abgeführt, sondern auch die schnelle Trocknung der Fäzes bedingt. Fürs Finish noch ein paar Sägespäne. Voilà, stinken tut nur, was feucht gehalten wird!

Das Grundgerüst ist ordentlich verstrebt. Das Toilettenhäusschen als moderner Fachwerkbau aus Dachlatten. Die Aussenwände werden dann mit den Stangen aus dem Wald bekleidet.
Liebevolle Details
Der Bau wächst…
Blick ins Innere
Team ZeroWasteToilet in einem Klo

Urinator – Die Recyclingmaschine

Im Urin sind etwa 80% des Stickstoffs und 60% des Phosphors und Kaliums des gesamten Abwasserstroms entahlten. In vielen Kontexten, beispielsweise bei der Sammlung im urbanen Raum, fallen schnell grosse Volumina an, während gleichzeitig wenig Anwndungsbedarf für Nährstoffe besteht. Um den Transport ökonomisch zu gestallten, bietet es sich an, die Nährstoffe aufzukonzentrieren, denn: Urin bestehtzu 95% aus Wasser.

Da es sich hier um die weltweit erste Maschine dieser Art handelt, die einen höchst anspruchsvolles entwicklungsintensives Innenleben hat existieren kaum Fotos von den Details und der Herstellung des Urinators. Wenn die Patente angemeldet sind, wird mehr zu sehen sein 😉
Das Team Recyclingmaschine präsentiert hier den ersten Prototypen des Urinators. Mit Hilfe von Sonnenenergie wird dem Urin das Wasser entzogen und auf den rotierenden Tüchern bilden sich Kristalle die abgeschabt werden und als Pulver einen hochwertigen Dünger ergeben.
Und dann gibt es noch das Küchenteam
mit vielen leckeren Mahlzeiten. Hier Kartoffel und Quark mit Fenchelcurry und Gurken-Tomatensalat
Wandertag. Am Mittwoch zum Waldweideprojekt
in die Uhlstädter Heide. Anschließend ins Waldbad nach Rückersdorf. Locker 20km zu Fuß. Respekt! Leider haben sich die Taurusrinder nicht gezeigt.
Und abends: Stockbrot am Lagerfeuer mit Werwolf
OK. Na dann bis zum nächsten Mal!

Nachlese

In der Kleinen Scheune gibt es jetzt einen „Wasserturm“ für die Dusche. Dieser wird von den Regenrinnen der Scheunendächer gespeist.

Auf ein Neues! Wie es jetzt aussieht findet das nächste WWF-BauCamp vom 24.-30.7.2022 in Mötzelbach statt.

3 Kommentare

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Fast ein wenig wie nicht von dieser Welt. Nun, vielleicht ist Mötzelbach ja auch nicht von dieser Welt. Viel Glück, viel gute Laune bauen Vertrauen. Grüße aus der Welt für die ihr gerade eine Alternative schaffen wollt./werdet?
Walther g.

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